normal vs. anders

März 22, 2008

Ich bin anders als die anderen!

Ja klar! Wer hat diesen Satz nicht schonmal gehört oder selbst gesagt? Ich gestehe: ich gehöre zu denen, die ihn selbst schon ausgesprochen haben. Und in diesem Moment stand ich auch zu 100 % hinter dieser Aussage. Ich bin ja wirklich anders als die anderen … irgendwie und so.

Nur, ich weiß nicht warum genau, aber ich letztens kam es mir so in den Sinn, dass ich mich nicht entscheiden kann, ob ich anders, oder lieber doch normal sein möchte. Zu aller erst sollte man diese zwei Begriffe definieren, damit man weiß, worüber man redet. Doch das würde sich so maßlos in die Länge ziehen, dass es sich meiner Meinung nach nicht lohnt. Jeder Mensch sieht eine andere Bedeutung in diesen Worten und definiert sie für sich selbst.

Ich persönlich hatte meine Zeit schon, in der ich mehr anders, als normal war. Und das hat sich leider nicht so geäußert, wie ich es wollte. Ich wurde nicht verstanden, weil ich zu kompliziert dachte und mittlerweile kotzen mich diese Psychos echt an, die alles hinterfragen müssen und einem das Wort im Mund umdrehen.
Gewisse Dinge sind halt so wie sie sind!!

Deshalb bin ich im Moment wieder normal. Meinetwegen und der anderen wegen. Vor allem aber, weil ich es leid war und mir das auf Dauer zu anstrengend war. Ich muss nicht um jeden Preis etwas repräsentieren, was ich plötzlich nicht mehr sein will. Normal also. Gut. Aber was ist schon Normalität?
Normal bedeutet nicht gleich das Gegenteil von anders, oder? Und vielleicht hat das auch etwas mit dem Alter und der Pubertät zu tun. Höchstwahrscheinlich sogar.
Manche Menschen bleiben ihr Leben lang normal und andere für immer anders. Ich persönlich möchte mich nicht festlegen. Das sind doch bloß zwei Schubladen, in die man sich selbst steckt, oder in die man sich von anderen stecken lässt.
Ich habe beide ausprobiert, und wenn ich normal bin, versuche immer doch ein bisschen anders zu sein, um mich vom Einheitsbrei abzuheben. Bin ich anders, bemühe ich mich meiner Umwelt zu vermitteln, dass ich trotzdem von diesem Stern bin. Ich will einfach von allem etwas. Ich will, dass man mich erstaunt beobachtet, weil ich etwas habe, das andere nicht haben und mich deshalb anders macht. Trotzdem normal sein und nicht in einer selbstgebauten Illusion leben. Ich liebe zum Beispiel den Alltag, was mich normal macht und ich liebe es ihn immer wieder zu durchbrechen. Das wäre wieder anders.
Zumindest wird das einem immer wieder durch Medien etc. so vermittelt. Doch was ist jetzt das normale, und was das anderes Denken?

Warum stehen diese zwei Wörter überhaupt so in Konkurrenz? Ich verstehe das nicht … Heutzutage muss man schon normal sein, um anders zu sein, weil jeder Zweite sagt, er wäre anders, als die anderen … Jaja, den Spruch hatten wir weiter oben schon.
normal?
anders?
Warum nicht einfach von allem etwas?

3 Antworten zu “normal vs. anders”

  1. Sternengreiferin sagte

    Kann man überhaupt normal sein? Allein die Tatsache, dass jeder das anders definiert, schließt das doch schon aus.

  2. himbeerherz sagte

    hmm irgendwie kommen wir ja alle auf einen gemeinsamen Nenner… und dieses mindestmaß wird dann als “Normal” angesehen. alles was darüber hinausgeht ist “anders”.
    Früher haben mir immer ganz viele leute gesagt, dass ich einzigartig bin. Und ich glaube es hat mir geholfen.

    irgendwie schwimmen wir alle so ein bisschen mit dem STrom, unsere Normen und Werte sind angepasst, sie sind “normal”. Aber dann gibt es halt die Rückenschwimmer, die lieber ein bisschen träumend in den Himmel starren. und die Krauler, die nur ihre Ziel vor Augen haben. Und dann gibt es die Rettungsschwimmer, sie sich um andere kümmern und ihnen helfen auch ihre Ziele zu erreichen.
    ich glaube wir sind alle ein bisschen normal, aber auch ganz anders.

    schönes, aber schwieriges Thema…

  3. Seba sagte

    So zurückblickend betrachtet, war ich in (sehr) jungen Jahren wohl anders, weil ich normal sein wollte. Immer so zurückhaltend/passiv, weil ich nicht auffallen wollte. Das ist ja auch schon wieder anders als normal. (Doch Menschen ändern sich. Na Gott sei Dank! :P )
    Mittlerweile ist es schon normal anders zu sein. Oh mann, das dreht sich immer im Kreis.

    @himbeerherz: Ich liebe deinen Vergleich mit den Schwimmern. Wirklich genial und anschaulich!

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